Golzheimer Friedhof in Düsseldorf

130812_22499 Golzheimer Friedhof

Der Golzheimer Friedhof ist eine Art Geheimtipp für einen Besuch in Düsseldorf. Gar nicht weit weg von Königsallee und Altstadt gelegen, aber an Straßen, die die Verkehrsadern der Stadt bilden. Autos brausen vorbei, Fußgänger hasten vorüber, Handys klingeln, moderne Bürogebäude, kaum jemand vermutet hier zwischen der Kleverstraße die beiden Teile des beschaulichen Golzheimer Friedhofs.

Hier wird Düsseldorfs Vergangenheit „lebendig“. Früher lag dieser Friedhof vor der Stadt, jetzt ist er mitten drin. 1805 eröffnet, hatte Düsseldorf rund 16.000 Bürger. Gegend Ende des Jahrhunderts waren es 80.000 Einwohner und der Friedhof wurde wieder geschlossen. Damals regierten die Preußen, was sich an der einen oder anderen Inschrift, sofern noch lesbar, erkennen lässt. Bei vielen Soldaten oder deren Angehörigen zieren gekreuzte Schwerter die Gräber. Der Friedhof war einst komplett „bevölkert“, irgendwann wurde „aufgeräumt“, so dass heute viel Freifläche zwischen den Gräbern zu sehen ist. Einige Gräber wurden restauriert, andere verfallen oder werden von der Natur begrünt oder vereinnahmt.

Viele bedeutende Persönlichkeiten der Stadt liegen hier begraben. Als Beispiele seien der Maler Friedrich Wilhelm von Schadow oder der Schriftsteller Karl Immermann genannt. Auffallend die hohe Kindersterblichkeit zu jener Zeit, viele Kindergräber sind hier zu sehen.

Das dieser historische Friedhof über die Jahrhunderte überlebt hat und seinen Reiz behalten konnte, grenzt an ein Wunder. Die am Rande des Friedhofes liegende Ergo-Versicherung konnte ihre Pläne zur Errichtung von Verwaltungsgebäuden zwar durchsetzen, aber dank einer Bürgerinitiative wurde gemeinsam von der Versicherung und der Stadt eine Stiftung zum Erhalt des Friedhofes gegründet. Heute kümmern sich zwei Vereine um den Erhalt des Friedhofes mit seinen rund 350 Gräbern.

Ich kann jedem, der in Düsseldorf verweilt, den Besuch des Friedhofes ans Herz legen. Mitten in der hektischen Großstadt taucht man ein in eine vergangene Zeit und entkommt plötzlich dem Lärm und der Hast der Großstadt. Es ist fast so, als ob der Friedhof unter einer Kuppel liegt, so nimmt einem die Atmosphäre des Parks ein.

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„Beleg“ für die hohe Kindersterblichkeit in jenen Zeiten:
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